Reiseberichte

Irland

Bericht 2006
Route 2006
Informationen

Schottland
Unsere Irland Rundreise im Juli 2006

Vielleicht finden Sie einige Anregungen für Ihre eigene Reise.

Anreise
Mit Ryan Air sind wir ab Baden-Baden nach Dublin geflogen. Am Flughafen Dublin haben wir dann zunächst eine kleine Überraschung erlebt. In der Annahme, daß die Versicherung beim Buchen mit der goldenen Visa-Karte inklusive ist, hatten wir einen Mietwagen ohne Versicherung gebucht. Allerdings stellte sich vor Ort heraus, daß unser "Schnäppchen" mit 130€ pro Woche eine Haftpflichtversicherung benötigt. Die Kreditkarte deckt nur Voll- und Teilkasko ab. Die Dame am Thrifty-Schalter teilte uns mit, daß wir noch eine Haftpflicht für ca. 500€ pro Woche benötigen würden. Dies machte finanziell natürlich keinen Sinn. Leider waren alle anderen Autos aufgrund eines Feiertags ausgebucht. Sie half uns bei anderen Autovermietern einen Wagen zu einem einigermaßen akzeptablen Preis kurzfristig noch zu bekommen.
Das Links-Fahren war kein Problem, es ist nur seltsam auf der falschen Seite der Straße zu fahren. Man wird auch durch große Schilder "Links fahren" auf die neue Situation hingewiesen. Die erste Nacht haben wir im Clarion Liffey Valley Hotel verbracht. Es ist ein schönes neues Hotel, außerhalb Dublins mit Schwimmbad (Badekappe ist Pflicht!), gelegen in der Nähe eines großen Einkaufszentrums.

Dublin - Bushmills - Letterkenny
Am Morgen des ersten Tages sind wir zuerst nach Trim gefahren. Dort steht eine restaurierte Normannenburg aus dem Jahre 1172, die man besichtigen kann. Wir haben dort die OPW Heritage Karte gekauft und hatten damit den Eintritt zu ca. 100 Sehenswürdigkeiten frei. In Trim wurden übrigens Teile von "Braveheart" gedreht. Auf dem Weg nach Tara sind wir an Aldi's und Lidl's  (die Iren nennen es "leidl") vorbeigekommen. Wir fühlten uns recht heimisch. Tara ist ein Hügel auf dem früher die Hochkönige residierten. Man sieht nur noch Erdwälle, die die Gebäude von früher erahnen lassen. Von diesem Hügel hat man eine tolle Aussicht über die komplette Umgebung, zudem weiden auf dem Hügel sehr viele Schafe. Man versucht natürlich die Schafe zu streicheln, allerdings sind diese uns gegenüber etwas scheu gewesen.
Nachdem wir die Schafe hinter uns ließen, fuhren wir durch das Boyne Tal Richtung Dundalk. Es war noch früh am Tag und wir entschieden uns noch etwas weiter zu fahren. Wir fuhren an der Küstenstraße entlang der Halbinsel nach Newry. Auf dem Weg dorthin sind uns plötzlich die vielen englischen Autokennzeichen aufgefallen. Als wir in Newry dann ein B&B suchten und die Vermieterin 50 "pounds" für das Zimmer wollte, kam es uns sehr seltsam vor. Da wurde mir klar, daß wir bereits in Nordirland waren. Einfach so, ohne daß es uns aufgefallen war. Da wir nur Euros mit hatten, haben wir uns entschieden, ein paar Kilometer wieder zurück zu fahren und in Dundalk zu übernachten. Beim dritten B&B waren wir erfolgreich, wir hatten unser erstes selbstgesuchtes Zimmer. Die Vermieter waren sehr nett, und beim Frühstück lernten wir ein deutsches Paar kennen, das uns noch ein paar Infos zu B&Bs gab. Am Morgen nach dem Frühstück erklärte uns der Vermieter, daß wir auf dem Weg nach Bushmills nicht nach Portadown gehen sollten, denn "bad things happen there".  Nun, wir hatten nicht näher nachgefragt und nahmen dies so hin. Unser Ziel war an diesem Tag Giant's Causeway und die Bushmills Destillerie. Nach ca. 2 Stunden Fahrt waren wir in Giant's Causeway. Wir hatten den Tipp, daß wir nicht auf dem offiziellen Parkplatz parken sollten, sondern wenn man dort hin kommt, "links runter, Richtung Bahn". Wir konnten dort am Wegesrand parken, der offizielle Parkplart kostete 5 Pounds. Wir hatten ein phantastisches Wetter erwischt, Sonne und ein bißchen Wind. Giants's Causeway ist mit seinen regelmäßig geformten Basaltsteinen ein Wunderwerk der Natur, das zum Verweilen einlädt. Verschiedene Rundwege führen über die Klippen wieder zurück zum Ausgangspunkt. Im Anschluß fuhren wir zur nahe gelegenen Bushmills Distillery. Die Besichtigung beginnt mit einer Videopräsentation. Im Anschluß wird man durch die Produktionsstätte geführt. Man sieht wie die Gerste zu einer Maische versetzt wird, das Destillat aus den Pot Still's fließt und in Fässern abgefüllt wird. Die Luft ist mit Alkohol durchsetzt - dies ist auch der Grund dafür, warum in der Produktion Fotographieren verboten ist. Ein Funke eines Blitzes könnte das Luft-Alkohol-Gemisch zunm Explodieren bringen. Zum Schluß wird man durch die moderne Abfüllanlage geführt, in der die Flaschen gefüllt und belabelt werden. Im Anschluß werden die Flaschen in Kartons verpackt. Natürlich endet eine solche Führung mit einer Kostprobe der leckeren Produkte. Der große Souvenir-Shop lädt zum Einkauf ein. Man kann dort zum Glück mit Kreditkarte bezahlen, so daß wir keine Pounds umtauschen mussten. Im Anschluß fuhren wir beschwingt weiter, bis wir wieder in Irland waren - nach Letterkenny. Gleich das erste B&B war ein Treffer, frei und preislich ok.


Trim Castle
Trim Castle
Tara
Tara
Giant's Causeway
Giant's Causeway
Bushmills Distillery
Bushmills Distillery

Letterkenny - Donegal (Atlantic Drive)
Wir waren recht früh unterwegs und besuchten als erstes "Glebe House and Gallery".  An dem schönen Lough Gartan liegt ein sehr schönes Anwesen, welches dem Maler Derek Hill gehörte. Dieser reiste durch die Welt und sammelte Kunstgegenstände, die er alle in seinem Haus aufbewahrte. Da wir früh dran waren, waren wir auch die ersten und bis dahin einzigen Besucher. Eine junge Frau, die offensichtlich sehr begeistert von Mr. Derek Hills Werken war, führte uns enthusiasthisch durch das Haus. Über Kunst kann man sich streiten, aber eine solche Sammlung von unterschiedlichen Dingen hatten wir bisher noch nicht gesehen. Im nächsten Tal besuchten wir den Glenveagh Nationalpark mit seinem Schloß. Die Fahrt dorthin erinnerte uns an die Alpen, Hochmoore und den Schwarzwald. Es ist interessant, auf welch kleinem Raum so unterschiedliche Landschaften vorhanden sind. Das Schloß ist umgeben von einem sehr schönen botanischem Garten, in dem die Vielfalt der Flora präsentiert wird. Der See ist umgeben von Bergen und man kommt sich in die Alpen versetzt vor.
Die anschließende Fahrt am Atlantic Drive genossen wir sehr. Die Straßen sind sehr kurvig und man hat einen schönen Ausblick auf die vorgelagerten Inseln und einige Sandstrände. Wir hatten uns gefragt, von was die Menschen dort leben. Es gab kaum Geschäfte, Restaurants, geschweige denn Industrie. Dem Erfolgsgeheimnis sind wir leider nicht auf die Schliche gekommen. An diesem Tag fuhren wir noch bis Donegal und hatten auch hier mit dem ersten B&B Glück. Unsere Vermieterin gab uns den Tipp noch in ein bestimmtes Pub zu gehen. Vor unserem Abendessen besuchten wir das Pub und waren verwundert, dass bereits um 19:00 Uhr kein Anwesender mehr nüchtern war, inkl. Wirt. Ein Gast versuchte durch die Tür zu gehen, scheiterte aber beim ersten Versuch. Was für ein trinkfreudiges Volk, diese Iren. Wir hatten uns entschlossen dann doch erstmal etwas zu Essen.
Bevor wir am nächsten Tag abreisten, besuchten wir noch die kleine Burg aus dem 17. Jh. im Ort.


Glebe House and Gallery
Glebe House and Gallery
Glenveagh Nationalpark
Glenveagh Nationalpark
Atlantic Drive
Atlantic Drive
Donegal Castle
Donegal Castle

Donegal - Galway - Connemara - Doolin
Südlich von Sligo liegt Carrowmore, eine Ansammlung von Dolmengräbern. Im 17. Jahrhundert erliesen die Engländer ein Gesetz, wonach jeder Landbesitzer sein Grundstück mit einer Mauer umgeben musste. Damals waren die vorhanden "Steinhaufen" eine willkommene Quelle von potentiellen Mauer-Steinen. Über einen kleinen Rundgang kann man sehr viele unterschiedliche Gräber besichtigen, es ist auch ein wiederaufgebautes Dolmengrab vorhanden.
Die anschließende Fahrt nach Galway führte durch eine sehr schöne Landschaft mit Mooren, Wäldern und Bergen. In Galway übernachteten wir in einem schönen kommerziellen B&B in der Innenstadt mit Tiefgaragen-Plätzen. Zu meinem Erstaunen war es hier sogar möglich den Preis auf 40€ herunterzuhandeln. Das neu renovierte Zimmer war den Preis auf jedenfall wert. Galway ist eine sehr angenehme Stadt - in der Fußgängerzone reihen sich Pubs an Restaurants und das Leben spielt sich Abends in der Fußgängerzone ab. Es hängt bestimmt damit zusammen, dass Galway auch eine Universitätsstadt ist. Wir hatten den Abend in "The Quays" verbracht, ein rießiger Pub, in dem jeden Abend Live-Musik geboten wird. An diesem Abend spielten vier Iren mittleren Alters irische Lieder und alle Besucher des Pub`s sangen mit. Wir haben diesen Abend sehr genossen.
Da wir am Tag davor Connemara verpasst hatten, sind wir an diesem Tag am Meer entlang in Richtung Richtung Connemara gefahren. Wir machten einen Stop am Connemara Nationalpark. Es gibt dort unterschiedliche Wanderwege durch das Moor, welche aufgrund der Aussicht unbedingt zu empfehlen sind. In der angeschloßenen Ausstellung wird erklärt wie Torf aus Moor entsteht. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Das nicht weit weg gelegene Kylemore Abbey hatten wir nicht besucht. Der Eintritt mit 11€ pro Person hatte uns ein wenig die Sprache verschlagen. Von außen ist es aber auch sehr schön anzusehen und man kann von verschiedenen Plätzen trotzdem schöne Erinnerungsfotos vom Außengebäude des Abbey`s machen. An diesem Tag sind wir noch weiter bis Doolin gefahren, kurz vor den Cliffs of Moher. Doolin ist anscheinend die Wiege der irischen Musik. Den Bekanntheitsgrad des Ortes bemerkten wir, als wir erst im sechsten oder siebten B&B ein Zimmer bekamen. Doolin ist eine der wenigen Ausnahmen, wo es besser gewesen wäre, vorab ein Zimmer zu reservieren. Am Abend treffen sich alle Touristen in den drei Pubs und vergnügen sich bei der originalen irischen Live-Musik. Für diejenigen, die Meeresfrüchte lieben, können wir auf jedenfall den Sea-Food-Teller empfehlen. Hier kommt jeder auf seine Kosten.


Carrowmore
Carrowmore
Galway
Galway
Connemara
Connemara
Doolin
Doolin

Doolin - Cliffs of Moher - Dingle
Eine Übernachtung in Doolin empfiehlt sich, da man am nächsten Morgen als einer der Ersten an den Cliffs of Moher sein kann. Tagsüber schieben sich wahre Touristenströme an den Klippen hin und her. Die über 200 Meter abfallenden Klippen sind beeindruckend. Der Zugang bis an den Klippenabhang ist aus Sicherheitsgründen durch eine Mauer gesperrt ist. Man hat aber dennoch eine schöne Sicht und kann tolle Bilder machen. Es ist allerdings meistens sehr windig.
An diesem Tag schafften wir es noch bis Dingle. Die Straße führt über einen Pass, der zwar nur knapp 900 Meter hoch ist, jedoch kommt man sich dennoch vor wie in den Alpen, da man von der Meereshöhe kontinuierlich aufsteigt. Auch in Dingle konnten wir ohne Probleme sofort ein Zimmer finden.


Burren
Burren
Cliffs of Moher
Cliffs of Moher
Pass bei Dingle
Pass bei Dingle
Dingle
Dingle

Dingle - Ring of Kerry - Midelton - Youghal
An diesem Tag hatten wir leider zum ersten Mal schlechtes Wetter. Eigentlich wollten wir am Ring of Kerry einen Bootsausflug von Portmagee zu den Skellig Inseln machen. Aufgrund des Seegangs ist aber kein Boot rausgefahren. Falls man die Inseln besichtigen möchte, muß man recht früh dort sein, da die Boote bereits um 10:00 Uhr zu den Skellig's ablegen. Entlang des Ring of Kerry schieben sich die Touristenbusse die engen Straßen entlang. Bei schönem Wetter wäre die Fahrt bestimmt interessanter gewesen. Aufgrund des Wetters haben wir uns entschlossen bis Youghal zu fahren, natürlich mit einem Zwischenstop in Midleton. Die Führung durch die Distillery beginnt auch hier mit einer Video-Präsentation und führt anschliessend durch das ehemalige Produktionsgelände. Man bekommt den Getreidespeicher zu sehen, die Rösteinrichtungen, die Maisch-Bottiche, die von Wasserkraft angetriebene Mühle, den größten Destillier-Kessel der Welt und die Abfüllung sowie Lagerung des Whiskeys. Auch hier gibt es zum Abschluß ein Gläschen zum Probieren. Die heute aktive Produktionsstätte liegt direkt neben dem Museum in Sichtweite.
Wir schafften im Anschluß noch ein paar Kilometer zum schönen Küstenörtchen Youghal. Dort wurde übrigens die erste Kartoffel in Europa angepflanzt und einige Szenen aus Moby Dick wurden hier gedreht.


Ring of Kerry
Ring of Kerry
Midleton Distillery
Midleton Distillery
Midleton Grainhouse
Midleton Grainhouse
Youghal
Youghal

Youghal - Rock of Cashel - Kilkenny
Von Youghal brachen wir auf zum nahegelegenen Küstenort Ardmore. Dieser Ort hat einen wunderschönen Sandstrand. Auf dem St. Declan's Walk kann man einen sehr schönen Spaziergang an der Küste entlang machen. St. Declan soll übrigens der erste Christ auf Irland gewesen sein, noch vor St. Patrick. Man spaziert an einem seinem Haus vorbei (zumindest an den teilweise noch sehr gut erhaltenen Mauern), entlang der Klippen durch dichtbewachsende Hecken. Der St. Declan's Brunnen lädt zu einer kleinen Pause ein, die man sich auf jedenfall gönnen sollte, da die Aussicht auf das Meer wirklich atemberaubend ist. Wenn man den Spaziergang vortsetzt, gelangt man zu einem der best erhaltensten Rundtürme. Dieser Turm ist 30 Meter hoch, sein Eingang ist in 3 Metern Höhe, damit sich die Mönche durch Einziehen der Leiter vor Überfällen schützen konnten. Direkt nebendran findet man eine kleine Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert, in der das Grab von St. Declan sein soll. Die anschließende Fahrt führte uns über "The Vee", eine kurvenreiche Straße durch Rhododendron-Büsche, Wälder und viele Schafe, die einfach auf der Straße herumstanden und sich wenig von Autos beeindrucken lassen. Ein Besuch des Swiss Cottages bei Cahir lohnt sich. Es liegt in einem schönen Park und diente den Herrschern des nahegelegenen Castles als Tagesausflugsziel. Wenn man schon in der Nähe ist, dann lohnt sich auch ein Besuch der mächtigen Burganlage von Cahir Castle's. Die Burg stammt teils aus dem 13. und teils aus dem 15. Jahrhundert. Der Höhepunkt des Tages war der Besuch des Rock of Cashels. Seit dem 4. Jahrhundert war dies der Königssitz der Herrscher von Munster. Um 450 empfieng König Aengus die Taufe vom heiligen St. Patrick. Im 11. Jahrhundert gingen die Anlagen in den Besitz der Kirche über. Heute sieht man die Reste einer mächtigen Kathedrale, Cormac's Chapel mit originalen Deckenmalereien und ein kleines Museum mit dem originalen St. Patricks Kreuz. Der Rock bietet eine weite Sicht über die Umgebung.
In Kilkenny, wo auch das bekannte Bier herkommt, waren die Straßen vollkommen verstopft, da kurz zuvor ein wichtiges Hurling Spiel zu Ende ging. In Kilkenny hatten wir ein sehr schönes B&B, beim Frühstück kamen wir mit Neuseeländern ins Gespräch, die nach London ausgewandert sind.


Ardmore
Ardmore
The Vee
The Vee
Swiss Cottage
Swiss Cottage
Rock of Cashel
Rock of Cashel

Kilkenny - Clonmacnoise - Tullamore - Kildare
Das Schloß in Kilkenny, mit seinem rießigen Garten, haben wir am nächsten Morgen besucht. Es wurde erst vor ein paar Jahren restauriert, nachdem es fast total zerfallen war. In Clonmacnoise finden sich die Überreste einer frühen christlichen Siedlung aus dem 6. Jahrhundert von St. Ciaran. Der Ort entwickelte sich später aufgrund seiner zentralen Lage in Irland (Kreuzung von Nord-Süd und West-Ost Achse). Es gibt dort eine Kathedrale, sieben Kirchen, zwei Rundtürme, drei Hochkreuze und eine sehr großes Museum. Der Ort liegt malerisch am Fluss Shannon und Papst Johannes Paul II. hielt 1979 hier einen Gottestdienst ab.
Das nahegelegene Tullamore ist bekannt für seinen Whiskey. Heute findet man hier ein Museum im ehemaligen Zollager, in dem es sich hauptsächlich, aber nicht nur um Whiskey dreht. Zum Abschluß sollte man auf jedenfall den Irish Mist probieren, ein Whiskey-Honig-Likör.
Für den nächsten Tag hatten wir uns den Besuch des Irischen Nationalgestüts vorgenommen, so daß wir noch nach Kildare gefahren sind. Allerdings waren dort alle B&Bs belegt, aber eine sehr nette Dame rief ihre Freundin im Nachbarort an, und organisierte uns eine Unterkunft in einem Farmhouse B&B. Die Zufahrt zu dem Haus verlief durch eine lange Allee, gefolgt von einer Pferdekoppel und sehr vielen kleinen Hasen, die herumhoppelten. Da stand es, das Haus, wie in "Fackeln im Sturm". Man hätte auch einen Geisterfilm darin drehen können. Die Vermieterin war sehr nett, machte uns noch einen Kaffee und servierte uns dazu Cookies in ihrem rießigen, gemütlichen Wohnzimmer.


Kilkenny Castle
Kilkenny Castle
Galway
Clonmacnoise
Tullamore
Tullamore

Kildare - Newgrange - Drogheda
Wir besuchten das Irische Nationalgestüt, in dem 10 der besten irischen Rennpferde leben. Die Hengste werden hauptsächlich zur gewinnbringenden Züchtung benötigt - eine erfolgreiche Deckung kostet immerhin 75.000€. Jeder Hengst hat seine eigene Koppel und an der Tür zu seinem Stall ein Schild mit den Rennen und den Preisgeldern, die er erlaufen hatte.  Den angeschlossenen schönen japanischen Garten sollte man auch besuchen.
Da wir auf der ersten Fahrt nach Dundalk Newgrange verpasst hatten, haben wir dies nachgeholt. Newgrange ist auf jedenfall ein Muss! Es ist eine Grabstätte aus einem 13 Meter hohen und 85 Meter Durchmesser Hügel. Die Verkleidung ist aus glitzernden Quarzsteinen und fussballgroßen Granitsteinen. Unser Fremdenführer datierte Newgrange auf ca. 5.000 vor Christus, was somit älter als die Pyramiden in Ägypten wäre. Wir sind in das enge Grab hineingegangen, in dessen Mitte sich ein etwas größerer Raum befindet. Aufgrund der Bauweise blieb dieser Raum stets trocken. Zur Zeit der Wintersonnenwende fallen eine Viertelstunde lang Sonnenstrahlen in diesen Raum. Der Reiseführer stellte dies mit einer Taschenlampe nach, was wirklich sehr beeindruckend war. In der näheren Umgebung befinden sich weitere Grabstätten, z.B. Knowth. Übernachten konnten wir in einem B&B bei Drogheda.


Irische Nationalgestüt
Irisches Nationalgestüt
Newgrange
Newgrange
Battle of the Boyne
Battle of the Boyne

Drogheda - Dublin
Wir besuchten am nächsten Morgen noch die "Battle of the Boyne". Ein recht junger Mann erzählte uns anschaulich, was sich am 1. July 1690 auf dem Schlachtfeld zugetragen hatte. Die Briten kämpften mit 36.000 Mann unter König William III. gegen die 25.000 Mann (19.000 Iren und 6.000 Franzosen) von König James II. Durch den Nebel war das Schlachtfeld nicht übersichtlich. William schickte ein viertel seiner Truppen zu einer nördlich gelegenen Brücke, James bekam Panik und schickte fälschlicherweise die Hälfte seiner Truppen in den Norden, um diesen Angriff abzuwehren. Nach diesem Fehler war ein deutliches Übergewicht bei William. Der protestantische William siegte über die katholischen Iren. Heute können auf dem ehemaligen Schlachtfeld antike Waffen angeschaut werden, die dort ausgestellt sind.
Im Anschluss besuchten wir das Old Mellifont Abbey, das erste Zisterzienser Kloster in Irland. Es wurde 1142 gegründet und besitzt einen außergewöhnlichen 8-eckigen Turm, der das Bad des Klosters war. Danach machten wir uns wieder auf die Reise in Richtung Dublin und so langsam wurde uns auch klar, dass diese wunderschöne Reise sich dem Ende neigte. Wir ließen uns die Freude aber nicht nehmen und unternahmen an diesem Tag noch eine kleine Stadtrundfahrt und suchten später unsere Unterkunft im Liffey Valley auf.


Mellifont Abbey
Mellifont Abbey
Guinness
Guinness
Jameson Distillery
Jameson Distillery
Jameson Flaschen
Jameson Flaschen

Dublin
In Dublin besuchten wir in den nächsten zwei Tagen die Guinness-Brauerei. Man wird in einem Museum über mehrere Stockwerke nach oben geführt. Man erhält einen Einblick in die Kunst des Bierbrauens, viele Informationen zur Geschichte und die Entwicklung von Guinness. Ganz oben angelangt, kann man ein frisches Guinness in einem runden Aussichtsturm über den Dächern der Stadt geniessen. Ein Reiseleiter, der mit seiner Gruppe vor Ort war, kannte die Dame am Ausschank und beide trällerten spontan einige irische Folkslieder. Die Aussicht ist phantastische, nicht zuletzt wegen des Guinness. Den Eintritt hatten wir über das Internet von Deutschland aus vorreserviert. Dies ersparte uns ein langes Warten an der normalen Eintrittskasse und auf der Einlaß war zudem 10% günstiger!
In Dublin waren wir dann zu Fuß unterwegs. Es gibt sehr viel zu sehen: die belebte Fußgängerzone, St. Stephens Green - eine grüne Oase inmitten der Stadt, Dublin Castle, das Temple Bar Viertel mit den vielen alternativen Geschäften und Bars (besonders Abends zu empfehlen), die etwas außerhalb gelegene Pferderennbahn und die Jameson Distillery. Da wir schon in drei Distillery Museen waren, beschränken wir uns auf den Genuß eines echten Irish Coffee's bei Jameson. Im Souvenirshop haben wir nochmals einige Andenken mitgenommen.
Am Abend wollten wir auf der Halbinsel Howth Fisch essen, da dies dafür bekannt sei. Auf dem Weg dorthin haben wir sofort gemerkt, dass dies der Ort war, an dem die wohlhabenderen Iren ihr Anwesen haben. Ein kleiner Spaziergang auf den Klippen hat uns den notwendigen Hunger beschert. Da wir noch recht früh dran waren, der Hunger aber schon da war, haben wir im Fisch-Imbiss am Ortseingang einen kleinen Fischsnack geholt. Der Fisch wird frisch frittiert und wir haben ihn das erste mal in unserem Leben mit Essig und Salz probiert. Der "kleine" Snack war jedoch größer als wir eigentlich dachten, aber sehr lecker. Als wir in unserem Auto saßen und den Fisch genoßen, kam uns plötzlich sehr viel Polizei, Busse mit schwarz gekleideten Leuten, sehr viele schwarze Strech-Limosinen sowie große Luxuswägen entgegen. Bei einem Guinness in einem Pub erfuhren wir, dass der ehemalige Premierminister Haughey beigesetzt wurde.


Molly Malone
Molly Malone
Temple Bar
Temple Bar
Dublin Gefängnis
Dublin Gefängnis
Liffey
Liffey

Heimreise
Der Rückflug am nächsten Tag war erst Nachmittags, so dass wir noch in Ruhe frühstücken, packen und durch das nahe gelegene Einkaufszentrum schlendern konnten. Die Rückgabe des Mietwagens klappte ohne Probleme, so dass wir ohne Streß zu unserem Flieger kamen.